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BDF | Holz ist en vogue

Präsident des BDF im Gespräch mit Bauratgeber-Deutschland Detlef Bühmann, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) und Geschäftsführer von Haacke - Haus GmbH + Co. KG im Gespräch mit Bauratgeber-Deutschland.

Wer sich für ein Haus aus Holz entscheidet, trifft diese Entscheidung meist sehr bewusst. Dabei spielt das umwelt- und energiebewusste Denken in der heutigen Zeit eine große Rolle.

Der seit 1961 bestehende BDF e.V. vertritt als mittelständisch geprägter Industrieverband 45 Unternehmen der Branche, die bundesweit im energieeffizienten Holz-Fertigbau tätig sind, und repräsentiert damit zu fast 100 Prozent die klassische Holz- Fertigbauindustrie in Deutschland.

Detlef Bühmann leitet den Verband ehrenamtlich. Er ist Mitglied im Vorstand des Europäischen Fertighausverbandes (EFV) und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg. Er arbeitet seit 31 Jahren bei der Haacke - Haus GmbH + Co. KG in Celle und ist dort seit 1995 Geschäftsführer.

www.bauratgeber-deutschland.de: Herr Bühmann, Ihre Vita und die wichtigen Ämter die Sie bekleiden lassen auf zwei Dinge schließen: Sie arbeiten sehr viel und Holz ist Ihr Thema!


Detlef Bühmann: Absolut! Ich wuchs in Celle auf und bin in der Forstwirtschaft groß geworden. Als Kind habe ich gedrechselt und Möbel gebaut. Die Affinität zum Werkstoff Holz hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich so lange in dieser Branche arbeite. Ja Und Zeit ist relativ. Wenn alles gut organisiert ist, lässt es sich auch effektiv arbeiten. In den Büros der Verbandsgeschäftsstelle und bei Haacke- Haus arbeiten sehr gute Mitarbeiter und sie sind perfekt organisiert. Das hilft schon sehr.

www.bauratgeber-deutschland.de: Die Unternehmen der Holzfertigbauindustrie in Deutschland verzeichnen rückläufige Stückzahlen im Einfamilienhausbereich aber hochwertigere Aufträge. Wie erklärt sich dieser Gegensatz?

Detlef Bühmann: Wir müssen sehen, dass die effektiven Zahlen der in Deutschland gebauten Einfamilienhäuser mit derzeit rund 80.000 im Jahr generell rückläufig sind. Das betrifft also den konventionellen wie auch den Holzfertigbaubereich. Wer sich für ein Haus aus Holz entscheidet, trifft diese Entscheidung meist sehr bewusst. Dabei spielt das umwelt- und energiebewusste Denken in der heutigen Zeit eine große Rolle. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, in Deutschland wächst jährlich wesentlich mehr Wald nach als abgeholzt wird. Und zur Produktion einer Holzwand wird erheblich weniger Energie benötigt, als für konventionelle Mauern. Der energetische Vorteil lässt eigentlich nur eine Schlussfolgerung zu: Eigentlich müssten alle Menschen Holzhäuser bauen.

www.bauratgeber-deutschland.de: Wer sind die klassischen Käufer eines Fertighauses aus Holz?

Detlef Bühmann: Die Produkte unserer Verbandsmitglieder werden besonders gut in West- und Südwestdeutschland verkauft. Generell kann man sagen, wo Vollbeschäftigung herrscht und die Kaufkraft hoch ist, steigen auch die Verkaufszahlen unserer Mitglieder.

www.bauratgeber-deutschland.de: Ihr Verband unterstützt den Gedanken des Holzfertigbaus in vielfältiger Weise. Sie haben die Ausstellungen Fertighauswelt initiiert, eine BDF Akademie gegründet, nehmen als Verband besonders im Rahmen der KfW-Förderungen Einfl uss auf politische Entscheidungen und haben viel für das Image des Naturrohstoffes getan. Honorieren das die zukünftigen Bauherren mit einer Entscheidung pro Fertighaus?

Detlef Bühmann: Sie haben schon viele Aktivitäten genannt. In den Ausstellungen Fertighauswelt in Nürnberg und Hannover und anderen Musterhauszentren können die Interessenten viele unterschiedliche Hausanbieter und Haustypen betrachten. Aber auch viel über das Thema Baustoff Holz erfahren. In der BDF Akademie schulen wir Fachberater im Fertighausbau mit IHK-Abschluss, denn Qualität fängt mit der Beratung an. Dazu kommen Bauleiterschulungen und die Weiterbildung unserer Dienstleister. Das ist alles ein weiter Weg über den Berg. Aber das ist gut so, denn wir wollen für unsere Kunden in allen Bereichen Qualität. Steter Tropfen höhlt den Stein und die Menschen nehmen unsere Botschaften immer besser wahr. Das betrifft auch die praktischen Vorteile. Zum Beispiel, dass die hervorragenden Dämmeigenschaften von Holz dazu führen, dass sämtliche Häuser der BDF-Unternehmen Effizienzhäuser sind.

www.bauratgeber-deutschland.de: Als Geschäftsführer der Haacke-Haus verantworten Sie die Geschichte eines exklusiven Anbieters, der eine Firmentradition seit 1879 pflegt. Sie führen eigene Forschungsprojekte zum Thema gesundes Wohnen durch und veranstalten Kongresse. Muss man soweit gehen, um Häuser zu verkaufen?

Detlef Bühmann: Uns ist das Thema gesundes Wohnen äußerst wichtig. Wer ein Haacke-Haus kauft, wählt nicht nur den Baukörper sondern besonders unsere Innovationen, eine hohe Qualität und jeden dazugehörigen Service. Auf die Beeinträchtigungen und Probleme, die vom Bauen und Wohnen für die Gesundheit ausgehen können, reagieren immer mehr Menschen äußerst sensibel. Die Gefahren, von Schimmelpilzbildung sind ein Beispiel, das Thema Elektrosmog ein anderes. Aber auch die Belastungen durch moderne Baumaterialien zählen dazu. Wie können Sie sich wirkungsvoll schützen? Größtmögliche Sicherheit bietet nur ein ganzheitliches Konzept, wie es Haacke zusammen mit namhaften Instituten, Baubiologen und Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen entwickelt hat. Als einziges Hausbauunternehmen wurde Haacke für diese vorbildliche Konzeption mit dem Zertifikat„Wohnmedizinisch empfohlen“ausgezeichnet und zwar für das ganze Haus und nicht nur für einzelne Produkte oder Komponenten.

www.bauratgeber-deutschland.de: Wohngesundheit ist ein wichtiges Thema. Energieeffizienz ein weiteres. Hier zeichnen sich die Haacke- Häuser besonders aus?

Detlef Bühmann: Wir sind seit 1879 Energiesparer. Es gibt niemanden, der sich schon so lange mit diesem Thema beschäftigt. Haacke begann damals mit der Herstellung von Dämmsystemen. Das ist auch heute noch unsere zentrale Geschäftsaufgabe. Mit der Einführung der Energieeinsparungsverordnung im Jahre 2002 starteten wir gemeinsam mit dem Frauenhofer-Institut ein Forschungsprojekt in dem in zwei Haacke-Häusern über 24 Monate lang täglich 24 Stunden der Energieverbrauch gemessen wurde. Und zwar in allen Bereichen. Wir haben diesen Test mit Bravour bestanden. Die damalige KfW-Förderung baute sich auf unserem Forschungsprojekt in Celle auf. Wir haben eine eigene Produktlinie Haacke Natur ins Leben gerufen, um diesen Gedanken ins Unternehmen und an den Markt zu bringen.

www.bauratgeber-deutschland.de: Der Baustoff Holz ist dabei sicher ein wesentliches Element. Können Sie ein Beispiel für die Energieeffizienz nennen?

Detlef Bühmann: Unsere ökologische Stadtvilla in Celle fußt auf diesem Konzept. Mit einer großen Solaranlage und einem Pelletofen benötigt dieses durchdachte System mit 170 m2 Wohnfläche nur 1600 m3 Pellets. Das sind etwa die Kosten für das Jahresabonnement einer Tageszeitung! Und unser Vorteil gegenüber dem konventionellen Hausbau ist ein wesentlicher. Wir sind vom ersten Tag an trocken. Ein massives Haus sollten Sie ruhig ein Jahr trocknen lassen, denn in den Mauern befindet sich ungefähr die Wassermenge eines großen Pools. Ein Holzhaus kennt diese Probleme nicht und ist durch den hohen Grad der Vorfertigung in den Werken schon in wenigen Wochen aufgebaut.

www.bauratgeber-deutschland.de: Die Vorfertigung der Hausteile aus Holz bedeutet weniger Bauzeit vor Ort.

Detlef Bühmann: Nicht nur das. Durch die Vorfertigung ist die Qualitätssicherung in einem höheren Maß möglich als es auf einer Baustelle realistisch ist. Alle Elemente der Haacke-Häuser sind RAL-geprüft. Wand, - Decken- und Dachteile jedes Bauvorhabens. Und unser Anspruch geht noch viel weiter. Denn der Kunde bekommt für sein individuelles Haus alle Leistungen aus unserem Haus! Wir arbeiten im eigenen Werk mit eigenen Architekten, Planern, Bauleitern, Elektrikern und allen weiteren wichtigen Gewerken. Die Vertragspartner begleiten uns über Jahrzehnte. Denn für ein traditionelles Familienunternehmen ist die Treue zu unseren Kunden und Partnern sehr wichtig. Unser Malermeister Krause zum Beispiel stand vor 20 Jahren mit seinem Trabbi hier im Werk und erhielt die ersten Aufträge. Heute arbeitet er immer noch für uns und hat ein großes Designstudio, in dem er seine Kunden berät. Das ist doch toll.

www.bauratgeber-deutschland.de: Haacke-Haus ist mit 15 Musterhäusern und zahlreichen Beratungsbüros deutschlandweit vertreten. Sie nehmen an Messen teil und werben sehr umfangreich in großen Tageszeitungen. Worauf reflektieren Ihre Kunden am ehesten?

Detlef Bühmann: Die öffentliche Wahrnehmung von Haacke-Haus als hochwertigem Hausanbieter ist uns sehr wichtig. Wir haben schon 1990 an der ersten Leipziger Baufachmesse nach der Wende teilgenommen. Die Interessenten kennen uns und wissen die Qualität und die Güte unserer Häuser zu schätzen. Dabei merke ich immer wieder: Holz ist en vouge.

www.bauratgeber-deutschland.de: Wie lange müssen Ihre Kunden denn warten, damit sie in ein Haacke-Haus einziehen können? Detlef Bühmann: Gegenfrage: Wann wollen Sie denn einziehen? Generell benötigten unsere Häuser die gleiche Zeit wie ein Kind um zu wachsen – neun Monate. Natürlich gehen wir aber auf die Wünsche und persönliche Präferenzen unserer Bauherren ein. Es gibt immer wieder Terminwünsche, die für die Familien wichtig sind und daran ist noch kein Hausbau gescheitert. Sind alle Formalitäten wie Grundstückskauf, Finanzierung und Behördengänge erledigt, benötigen unsere Mitarbeiter ungefähr zehn Wochen für Ihr Haus.

Vielen Dank für dieses sehr freundliche und informative Gespräch!

Interview als PDF zum Download (295Kb)

Der Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. im Internet: BDF e.V.

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