Eine Erfolgsstory des beliebten Baustoffs
Die Geschichte des Ziegels vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Wiedervereinigung wird im Technischen Museum „Ziegeleipark Mildenberg“ eindrucksvoll erzählt. Auf dem 42 Hektar großen Gelände, 50 Kilometer nordöstlich von Berlin, gehen die Besucher durch ehemalige Werkstätten. Hier werden einzelne Produktionsphasen mit Bildern, Tönen, Lichtinstallationen und interaktiven Elementen anschaulich in Szene gesetzt. Am 1. April ist der Park in die neue Saison gestartet und die originalgetreue Lorenbahn wartet schon auf große und kleine Gäste.
Das multimediale Konzept der Ausstellungen begeistert jedes Jahr etwa 40.000 Gäste. Im Fokus stehen die Menschen und ihre harten Lebens- und Arbeitsbedingungen. Bis zu 5.000 Männer, Frauen und sogar Kinder arbeiteten zu Spitzenzeiten „auf Ziegelei“, wie die Wanderarbeiter aus ganz Deutschland ihre Saisonarbeit im Ziegelwerk nannten.
Das Werk liegt inmitten der Tonstichlandschaft der Oberen Havel, die das Grundmaterial des Backsteins bereit hält. 1890 begann die Verarbeitung des Naturbaustoffs. Die Kanäle der Havel, heute beliebtes Ausflugsziel für Bootstouren, ermöglichten den schnellen Transport der fertigen Produkte. Anfänglich wurden die Ziegel noch in mühsamer Handarbeit gestrichen, also in Formen gepresst, getrocknet, gewendet und dann in den Brennofen geschichtet.
Der Ringofen im Brennpunkt
Ein Teil der Ausstellung widmet sich dem Berliner Ingenieur Friedrich Eduard Hoffmann, der Erfinder des Hoffmannschen Ringofens, und zeigt den Durchbruch in der industriellen Ziegelherstellung. Der Baumeister reichte 1858 sein Patent für ein rundes beziehungsweise ovales Gebilde ein, das in bis zu 20 Kammern unterteilt war. In diesen wurden die Rohlinge aufgeschichtet und mit Feuer „beschickt“, das dann von Kammer zu Kammer wanderte und die Ziegel brannte. Diese umfassende Nutzung der Energie war eine frühe Form nachhaltigen Wirtschaftens. Hoffmanns bahnbrechende Erfindung gilt Experten als Meilenstein, ähnlich der Dampfmaschine.
Zu Spitzenzeiten wurden in Mildenberg 63 Ringöfen betrieben, die die Ziegelherstellung in gleichbleibender Qualität und großen Mengen ermöglichten. Sie waren in zweifacher Hinsicht Grundstein für brandsichere, massive Häuser. Außerdem wurden die Ziegel nach der Jahrhundertwende für die Brücken Berlins sowie den Bau der Kanalisation verwendet und läuteten damit die Neuzeit der Baugeschichte ein.
Berichte ehemaliger Ziegeleiarbeiter begleiten die Zeitreise durch die Maschinenziegelei. Sie erzählen in kurzen Filmsequenzen Anekdoten aus dem „VEB Zielgelwerke Zehdenick“, während die Maschinen mit lautem Getöse starten. Ein unterhaltsamer Kurzfilm gewährt Einblicke in die sozialistische Arbeitswelt.
Das einst größte Ziegeleigebiet Europas hält noch mehr für die Besucher bereit: historische und neu angelegte Häfen, einen Abenteuerspielplatz für die Kleinen und romantische Dampflokfahrten in der Frühlingssonne. (prg)
Ziegeleipark Mildenberg
Ziegelei 10
16792 Zehdenick
Tel.: 03307 / 31 04 10
Fax: 033 07 / 75 55 327
E-Mail: info@ziegeleipark.de
Homepage des Ziegeleiparks
Deutsche Poroton
Kochstraße 6-7
10969 Berlin
Tel.: 030 / 25 29 44 99
Fax: 030 / 25 29 45 01
E-Mail: info@poroton.org
Homepage der Deutschen Poroton
Das könnte Sie ebenfalls interessieren:
Wohngesunde Ziegelbauten
Preisvorteil für Ziegelhäuser
Ziegel sparen massiv Energie









Kommentare
nur zum badenfür kleine kinder ist es leider gar nicht geeignet, die ganzen schönen kleinen seen sind ehemalige tongruben, also richtig tief.